Baumschneidekurs

OGV Eggenfelden veranstaltet Baumschneidekurs für seine Mitglieder.

Jetzt, wo der Winter allmählich seinem Ende zugeht und jeder Gartenfreund schon wieder darauf wartet, im Garten aktiv zu werden, hat der Gartenbauverein Eggenfelden am Samstagnachmittag einen Baumschneidekurs für Anfänger angeboten. Bei idealen Wetterbedingungen versammelten sich etliche Interessierte in Handloh, um vom Baumwart des Gartenbauvereins Eggenfelden Hermann Thanner wertvolle Tipps zum Schneiden der Obstbäume zu erhalten. Wie der Baumexperte betonte ging es nur um den Schnitt von Obstbäumen wie Äpfeln, denn beim Steinobst funktioniere es komplett anders. Und die Teilnehmer sollten in erster Linie von dem Kurs profitieren und nicht unnötig verwirrt werden. Thanner erklärte unter anderem den grundlegenden Unterschied zwischen Buschbäumen und Halb- oder Hochstammbäumen. Während letztere sehr viel Geduld am Anfang verlangen, weil der Besitzer sie Jahr für Jahr zuschneiden sollte, sie aber erst nach etwa sieben Jahren Früchte tragen, dafür aber verhältnismäßig lange herhalten, erfreuen die Buschbäume schon bald mit Obsterträgen, sind aber nach sieben bis zehn Jahren oft schon ausgelaugt und am Ende ihres Lebenszyklus angekommen. Möchte der Gartenfreund einen Baum austauschen, muss er unbedingt darauf achten, ihn nicht an die gleiche Stelle zu pflanzen. Das verbliebene Wurzelwerk des alten Baums weiß das mehr oder weniger zu verhindern. So würde der Baum nach ein paar Jahren oft krank werden und eingehen. Der Baumfreund sollte einen anderen Standort wählen, Boden austauschen und eine andere Sorte – etwa Kirsche auf Apfel – wählen, dann kann der Ersatz gut gelingen. Nach der Theorie ging es in die Obstplantage. In der Praxis zeigte Hermann Thanner das benötigte Werkzeug – Gartenschere, Teleskopschere, auch Seilzugentaster und mechanische Säge. Eine Motorsäge empfahl der Experte vor allem nach eigenen schlechten Erfahrungen nicht. Es sei einfach unverhältnismäßig gefährlich. Günstig wäre es, den Baum im Erziehungs- oder Pflanzschnitt mit drei Seitentrieben zu ziehen, wobei alle auf der gleichen Höhe endeten. Dann erhält nach dem Prinzip der Saftwaage jeder Trieb gleich viel Wasser, so dass leichte Dickeunterschiede nach zwei oder drei Jahren vollständig ausgeglichen wären. Der Haupttrieb solle etwa eine Scherenlänge höher sein. Und der Schnitt der Obstbäume erfolge am besten gegen Ende des Winters, so dass der Baum dann im Frühjahr gleich ungehindert durchstarten könne. Die Teilnehmer waren begeistert von so vielen Informationen und werden nun demnächst die eigenen Bäume entsprechend schneiden.

Galerie